„Wer rastet, der rostet!“, so ein altes Sprichwort. Dies betriff aber nicht Sophie, Mitarbeiterin bei einem Pflegedienst in München. Die 64 jährige Frau steht kurz vor dem wohlverdienten Ruhestand, spielt aber mit dem Gedanken, sich mit einer Pflegeberatung selbständig zu machen. Ein Leben ganz ohne Arbeit stelle sie sich als zu monoton vor. Und nur die Blumen zu gießen, den Rasen zu mähen oder sich ab und an mit Freunden zu treffen wäre ihr zu einseitig und würde ihr Leben nicht erfüllen. Sie möchte auch weiterhin pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Mittlerweile möchten sich immer mehr ältere Menschen in Deutschland selbständig machen. Dabei geht es ihnen nicht unbedingt nur um den Zuverdienst zu ihrer Rente, sondern auch darum, das Gefühl zu haben gebraucht zu werden.
Nichtsdestotrotz sollten vor so einem Schritt, wie die der Selbständigkeit, die Vor- und Nachteile genau abgewogen werden. Besonders wichtig dabei ist die Einschätzung der eigenen Situation. Fragen zur nervlichen und körperlichen Belastung sollten ehrlich beantwortet werden. Den zukünftigen Unternehmern sollte aber auch bewusst sein, das es im Alter besonders schwierig ist das nötige Kapital für eine Gründung zu bekommen, da vielen Banken das Risiko für eine Darlehensvergabe aufgrund des hohen Alters der Antragsteller zu groß sei. Wer aber diese Hürden nimmt, der kann auf eine jahrelange Berufserfahrung zurückgreifen und sich über einen zusätzlichen Verdienst zu seiner Rente freuen.
Zusätzlich zu den Überlegungen der Kapitalbeschaffung, der Organisationsstruktur des Unternehmens oder der Unternehmensform sollten auch Überlegungen zur finanziellen Altersvorsorge gemacht werden. Gerade für Senioren, die bereits eine Rente erhalten, ist das Model der Rürup-Rente besonders attraktiv. Die Rürup-Rente ist staatlich gefördert und vor allem für Selbständige gedacht und bringt zudem erhebliche Steuervorteile.